Viele kleine Betriebe starten mit einem aufgeräumten Lager. Nach zwei, drei Jahren aber sucht man dort häufig nach Teilen, räumt vor jeder größeren Lieferung um und wartet darauf, dass der Kollege endlich findet, was er braucht.
Ein gut funktionierendes Lager hängt allerdings nicht von einer teuren Software ab, sondern von der Grundstruktur. Darum sollte man sich fragen: Welche Regale passen zum Betrieb und bleiben das auch, wenn sich etwas ändert?
Wenn man seinen Lagerraum auch als Durchfahrt oder Arbeitsbereich nutzt oder mit schwankenden Warenmengen arbeitet, fährt man mit einem Lagerregal auf Rollen besser als mit fest verschraubten Systemen. Man schiebt es ganz einfach dorthin, wo gerade Platz gebraucht wird. Ohne Werkzeug, ohne aufwändigen Umbau.
Was im Lager täglich Geld kostet
Ein unstrukturiertes Lager frisst Zeit, und das merkt man spätestens dann, wenn eine dringende Bestellung raus muss und niemand auf Anhieb findet, was gebraucht wird. Das Suchen, Umräumen und Nachfragen zieht sich durch den kompletten Arbeitstag.
Hinzu kommt möglicherweise auch der Doppelkauf: Material wird nachbestellt, weil niemand weiß, dass es noch da ist. Manchmal verstaubt die Ware auch ganz hinten im Regal, bis sie unbrauchbar ist. Das passiert in vielen Betrieben regelmäßig, ist mit etwas Struktur allerdings gut vermeidbar.
Drei Zonen, die das Chaos beenden
Am einfachsten hilft eine simple Einteilung in drei Bereiche:
- Was täglich gebraucht wird, kommt griffbereit in Augenhöhe, nah zum Eingang. Das erspart Umwege und lange Sucherei.
- Was gelegentlich gebraucht wird, beispielsweise Saisonware, Ersatzteile oder seltenere Materialien, kommt beschriftet dahinter und wird nach Kategorien sortiert.
- Was selten gebraucht wird, darf weiter weg stehen, muss aber auffindbar bleiben.
Wenn man diese Einteilung einmal konsequent umsetzt, merkt man schnell, wie viel ruhiger der Betrieb läuft.
Fahrbare Regale in der Praxis
Oft ist die Lagerfläche sehr knapp. Dabei kann es sich sowohl um Gewerbeflächen in der Stadt als auch um kleine Betriebsräume in Hinterhöfen handeln. Fahrbare Schwerlastregale kann man einfach dorthin rollen, wo gerade Platz ist, und wieder wegräumen, wenn jemand durchfahren muss.
Für Betriebe, die Lager und Werkstatt auf einer Fläche betreiben, ist das ein großer Vorteil. Wenn man zusätzlich auf einen ergonomischen Arbeitsplatz an der Werkbank achtet, hat man gleich doppelt gewonnen: Ordnung im Lager und am Arbeitsplatz.
Einmal im Jahr das Lager neu denken
Ein Lager verändert sich mit dem Betrieb. Artikel, die früher täglich gebraucht wurden, rotieren vielleicht nach ein paar Jahren nicht mehr so häufig, und neue Produkte kommen hinzu. Wenn man das nicht mitverfolgt und korrigiert, kämpft man nach ein paar Jahren wieder gegen dasselbe Chaos an.
Ein fester Termin im Jahr, idealerweise nach der Hauptsaison, reicht, um Bestände durchzugehen, Platzierungen anzupassen und auszusortieren, was nicht mehr gebraucht wird. Das kostet ein paar Stunden, spart aber im restlichen Jahr wertvolle Zeit.
Drei Fehler, die sich immer wiederholen
- Keine Beschriftung. Jedes Regalfach und jede Box brauchen eine Beschriftung. Man muss bedenken, dass Mitarbeiter wechseln können und das Wissen nicht nur im Kopf der anderen Kollegen verankert sein sollte.
- Zu viel auf Vorrat. Hohe Bestände fressen Platz. Sinnvoller sind klare Mindest- und Maximalmengen pro Artikel, die man mit regelmäßigen Bestandskontrollen kombiniert.
- Das Lager als Abstellfläche. Sobald Dinge ins Lager wandern, die sonst keinen Platz haben, verliert man schnell die Kontrolle. Eine einfache Regel kann helfen: Was seit einem Jahr nicht angefasst wurde, wird geprüft und gegebenenfalls aussortiert.

